Elterninfo


Ringe und Knöpfe in der Nase, den Augenbrauen, am Bauchnabel oder eine Rose am Fußgelenk: Piercings und Tätowierungen sind zu einem Massentrend geworden. Insbesondere unter Jugendlichen sind diese Arten der Körpergestaltung hochaktuell.
Sicherlich kennen viele Eltern Gesprächsszenen mit ihren Kindern, in denen es sich um Piercings und Tätowierungen dreht. Um im Trend zu liegen, soll unbedingt ein Nasenstecker oder ein Logo der Lieblingsband auf dem Oberarm her. Das Risiko ist für viele Jugendliche dabei meist Nebensache. Trotzdem sind Piercings und Tattoos keine Lappalien. Die Entfernung von Tätowierungen ist schwierig und kostspielig. Piercings hingegen können nach Entfernen der Ringe und Stecker eventuell sichtbare Narben hinterlassen. Darum sollten Eltern und Kinder gemeinsam überlegen, ob und wo solchen Trends und Wünschen nachgegangen wird.


In der Pubertät kommt es häufig zu Spannungen oder Meinungsverschiedenheiten zwischen Eltern und ihren Kindern. Jugendliche grenzen sich in dieser Zeit bewusst von ihren Eltern ab und wählen sich Vorbilder oft unter Gleichaltrigen. Jetzt wird es schwierig, seinem Kind ein Piercing zu verbieten. Gerade, wenn doch schon alle anderen eines haben. Denken Sie mal zurück an Ihre Jugend, als Männer anfingen, einen Ohrring zu tragen. Heutzutage kräht kein Hahn mehr danach. Viele Jugendliche suchen sich zudem Anerkennung unter ihren Freunden und Bekannten, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Der äußere Schein spielt dabei eine entscheidende Rolle. Durch mehr oder weniger auffällige Veränderungen des Äußeren wird versucht, Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erlangen. Grün gefärbte Haare, Piercings oder Tattoos sind Möglichkeiten der Jugendlichen, anders als die Erwachsenen, aber gleich oder besser als die Gleichaltrigen zu sein.


Komplikationen bei Piercings oder Tätowierungen können jederzeit auftreten. Daher sollte genau auf die Auswahl des Piercing- oder Tattoo-Studios geachtet werden. Sauberkeit, Sterilität und Professionalität sind unsere obersten Gebote! Denn Unerfahrenheit des Piercers oder Tätowierers können ebenso wie mangelnde Hygiene zu Komplikationen führen. Über das Blutserum beispielsweise können HIV oder Hepatitis übertragen werden.

Mögliche Komplikationen bei Piercings:

  • allergische Reaktionen, zum Beispiel wenn Nickel oder Kobalt in Billigschmuck enthalten ist
  • Schwellungen, Ekzeme, Blutergüsse
  • Wasseransammlungen
  • wuchernde Narben, Verwachsungen
  • Teillähmungen im Gesicht durch Verletzungen eines Nervs an der Nase oder der Augenbraue
  • Entzündungen der Einstichstelle durch Verwendung von unsauberen Materialien und falsche Pflegehinweise
  • Teillähmungen der Zunge durch ungünstiges Durchstechen des Muskels

Mögliche Komplikationen bei Tätowierungen

  • örtliche Infektionen
  • knallige Rot- und Gelbtöne enthalten Teerfarbstoffe, die krebserregend sein können
  • allergische Reaktionen
  • Farben, die Schwermetalle wie Nickel, Kadmium oder Chrom enthalten, wirken im Körper giftig

Auch wenn wir immer mit den besten Materialien arbeiten und nur zugelassene und zertifizierte Farben sowie Schmuck höchster Reinheitsgüte verwenden, bleibt ein Restrisiko nie ausgeschlossen.

Bedenken Sie auch, dass Jugendliche oft am falschen Ende sparen und sich wegen ein paar Euro Unterschied in die Hände von Pfuschern begeben. Vielleicht erkennt Ihr Kind noch nicht, dass billig unter Umständen letztendlich doppelt so teuer bedeutet. Ein Tattoo kann sicher auch mal aus dem Trend geraten. Doch ein schlecht ausgeführtes Tattoo stört von Anfang an. Wir verwenden Farben, die mittels Lasertechnik wieder narbenfrei entfernt werden können. (Für Details siehe auch unsere gesonderte Info bezüglich Tattooentfernung).




Jugendliche unter 18 Jahren benötigen bei uns die schriftliche Einverständniserklärung ihrer Eltern, um sich tätowieren oder piercen zu lassen. Dies ist eine freiwillige Selbstverpflichtung unseres Studios. Andere Studios können das anders sehen. Im Rahmen des Selbstbestimmungsrechts und des Taschengeldparagraphen ist das Piercen ohne Einverständnis auch schon ab 16 Jahren erlaubt. Der Gesetzgeber geht von der Erkenntnis zur Tragweite seines Handelns bei Jugendlichen aus und es gibt diesbezüglich auch schon Urteile. Aus rechtlicher Sicht handelt es sich bei beiden Arten der Körpergestaltung um Körperverletzung. Diese liegt nur dann nicht vor und bleibt unbestraft, wenn der Verletzte seine Einwilligung zu dem Eingriff gegeben hat. Bei Minderjährigen muss auf jeden Fall bei unseren Studios ein Erziehungsberechtigter zugestimmt haben.


Soll ich meinem Kind erlauben, sich piercen oder tätowieren zu lassen?

Jugendliche sind durchaus in der Lage, über ihr Aussehen selbst zu bestimmen. Daher sollten ihre Anliegen immer ernst genommen und nicht von vornherein abgewiesen werden. Ein Gespräch über Vor- und Nachteile gibt Kindern und Eltern die Gelegenheit, sich gemeinsam zu beraten. Dem Jugendlichen sollte nach dem Gespräch klar sein, welche nachhaltigen Veränderungen Piercings und Tätowierungen haben. Beide Seiten sollten sich in jedem Fall Bedenkzeit einräumen, um über das Besprochene nachdenken zu können.
Haben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind für ein Piercing oder ein Tattoo entschieden, lassen Sie sich Zeit, ein angemessenes Studio zu finden. Vielleicht befinden sich im Bekanntenkreis auch Freunde, die Erfahrungen in dem Bereich haben. Wenn Ihr Kind einverstanden ist, begleiten Sie es gerne zu uns. Vor Ort können Sie sich von unserer sterilen und sauberen Arbeitsweise überzeugen.
Wichtig ist auch zu beachten, dass unser Studio ihr Kind und auch Sie als Eltern über mögliche Risiken und die Nachsorge aufklärt. Wir möchten, dass auch die Eltern einen Teil der Verantwortung (z.B für die korrekte Ausführung bzw. Kontrolle der Piercingpflege) übernehmen. Außerdem können Sie an der Seite Ihres Kindes sein, falls ihm mulmig wird oder Zweifel aufkommen.
Haben Sie Ihrem Kind verboten, sich piercen oder tätowieren zu lassen, legen Sie Ihrem Kind genau dar, aus welchen Gründen Sie sich dagegen entschieden haben. Argumente wie ´Weil ich es nicht schön finde´, finden bei den wenigsten Jugendlichen Gehör und stoßen auf Unverständnis oder führen zu Trotzreaktionen oder Urkundenfälschung.


Kommen beide Parteien in einem Gespräch nicht auf einen Nenner, kann vielleicht ein Kompromiss gefunden werden. Eine Alternative zu einem Piercing wäre Schmuck zum Anklammern bzw. Magnetschmuck, welcher ebenfalls in unserem Studio erhältlich ist.
Auch für Tätowierungen gibt es Alternativen. Klebebilder können beliebig oft und mit unterschiedlichsten Motiven einfach auf die gewünschte Stelle geklebt werden. Henna-Tätowierungen können einmal aufgebracht bis zu zwei Wochen verbleiben, bis sie dann langsam verblassen. Wir fertigen in unserem Studio auch Airbrushtattoos, die aufgesprüht werden und somit erst mal den Eindruck eines Tattoos an der jeweiligen Stelle vermitteln.
Würdigen Sie das Vertrauen Ihres Kindes und tun Sie es nie ab nach dem Motto ´Das sieht unmöglich aus, gefällt mir nicht.´ Treiben Sie ihr Kind nicht in die Hände von Pfuschern, die zudem noch die Gesundheit Ihres Kindes nachträglich gefährden. Ich versichere Ihnen, dass Ihr Kind bei uns in den besten Händen ist. Wir werden ihr Kind auch in Ihrem Sinne beraten und mögliche Alternativen anbieten, die - aus einem fremden Mund gesprochen - evtl. doch noch auf fruchtbaren Boden fallen.
Bieten Sie die Piercingerlaubnis z.B mit dem Erreichen einer bestimmten Note in einem Problemfach an. Freuen Sie sich dann einfach, welche wunderbaren Energien Ihr Kind auf einmal mobilisieren wird.


Auf keinen Fall sollte sich Ihr Kind auf Festivals oder Jahrmärkten unter unhygienischen Bedingungen piercen lassen. Hier besteht höchste Infektionsgefahr! Auch vor dem Piercen oder Tätowieren im Selbstversuch oder mit Freunden sollte ausdrücklich gewarnt werden.


Downloadlink zum Ausdruck einer Einverständnis: Einverständniserklärung